Bauvorhaben Marktplatz/Escher Str

Neues:

1.718 Unterschriften (mehr sind unterwegs) wurden bis zum 30. Mai 2017 vom Aktionsbündnis „Idstein wahrt sein Gesicht“ gesammelt, um die geplante Änderung der Bebauungsplanes für den Bereich „Marktplatz 6/Escher Straße 8-10“ zu verhindern. Ein klares Signal an die Stadtverordneten, insbesondere von CDU und SPD, ihre gefasste Meinung noch einmal zu überdenken.

Die Unterschriften wurden vor Beginn der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses an den Stadtverordetenvorsteher Thomas Zarda (CDU) übergeben.

Nachdem in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses der Antrag der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen in modifizierter Form angenommen wurde, heißt es jetzt das Ergebnis des Artenschutzrechtlichen Fachgutachtens abzuwarten, um zu sehen wie es weitergehen wird. Wir bleiben auf jeden Fall am Ball !

 

Weitere Daten wo wichtige Entscheidungen getroffen werden:

 

29. Juni 2017: Stadtverordnetenversammlung in der Stadthalle Idstein

 

Kommentar

Kommunikationsstand der BI am 15.04.2017

 

Wie immer haben wir unseren Kommunikationsstand in der Löhergasse aufgebaut; nur diesmal war Ostersamstag und da hat die CDU gleich nebenan ihre Ostereier verteilt. Die BI hat sich ganz auf das Bücherprojekt Escher Strasse/Marktplatz 6 konzentriert und mit dem Slogan „keine faulen Eier ins Osternest!“ die Passanten angesprochen. Nicht jeder bei der CDU fand das lustig. Aber wir haben sehr deutlich darauf hingewiesen, dass CDU und SPD die einzigen sind, die dieses Projekt in der vorgestellten Form wollen und zusammen die notwendige Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung besitzen.

 

Wir haben unsere VORHER/NACHHER-Bilder gezeigt und konnten eine ganze Reihe von intensiven Gesprächen führen. Die Ablehnungsrate des Projekts lag bei fast 100%. So eindeutig waren die Meinungsäusserungen in der Vergangenheit nicht. Es zeigte sich eine zunehmende Verdrossenheit und ein Frust auf die beiden grossen Parteien, die so gar kein Gefühl für das schützenswerte Altstadtbild zu besitzen scheinen und die scheibchenweise (projektweise) unsere Altstadtatmosphäre vor die Hunde gehen lassen. Den engagierten Standbesuchern haben wir geraten, eine entsprechende Mail an CDU und SPD zu schicken, um den Frust zu artikulieren und Druck aufzubauen. Denn die endgültige Entscheidung fällt erst im Mai.

Wissenslücken werden ohne Not in Kauf genommen oder die seltsame Tagung des BPA

 

Die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses (BPA) am 13. März war schon etwas ganz Besonderes. Es ging im Wesentlichen um das Bauprojekt „Marktplatz 6/Escher Strasse“ der Firma Bücher, das vorher bereits im Ortsbeirat diskutiert und mit deutlicher Mehrheit abgelehnt worden war. Der BPA ignorierte dieses Votum und wollte auf Basis kurzfristig überarbeiteter Unterlagen das Projekt mit den Stimmen von CDU und SPD durchwinken.

 

Hier läuft nicht nur eine Sache grundsätzlich schief – zum Nachteil der Demokratie, der Idsteiner Altstadt und seiner Bürger:

 

– unangemessene Eile bei der Entscheidungsfindung Nach 2-jähriger Debatte dieses Projektes sollte die Satzungsänderung, deren Unterlagen wohl erst kurz vor Sitzungsbeginn verändert worden waren, ohne Chance die Unterlagen komplett durchzulesen schnell beschlossen werden.

 

– Ignorierung von Voten vorgelagerter Gremien und von Fachmeinungen Die Gründe für die Ablehnung durch den Ortsbeirat wurde nicht diskutiert.

Ebenso lehnte eine Mehrheit (wieder CDU und SPD) das Rederecht für eine Expertin ab (ist laut Hessischer Gemeindeordnung zulässig und wird u. a. im Wiesbadener Stadtparlament im Sinne echter Bürgerbeteiligung erfolgreich praktiziert).

 

– Angst vor echter Transparenz

Der Architekt stellte das Projekt vor und zeigte anschauliche Bilder/Zeichnungen, auf denen die neuen Häuser kaum zu sehen waren.

Allerdings wurden wichtige Blickwinkel z.B. von der Escher Strasse Richtung Schloss ausgelassen, andere Zeichnungen wirkten geschönt.

Wer keine Angst vor Transparenz hat, würde ein verbindliches Modell anfertigen oder eine 3D-Simulation erstellen, anhand derer die Höhen und die Effekte auf allen Sichtachsen objektiv nachzuempfinden sind. Damit wären auch Überraschungen a la HOCH 7 ausgeschlossen – und das sollten wir doch alle wollen. Bücher hat für das Projekt Wiesbadener Strasse übrigens ein Modell erstellen lassen.

 

– wie halten wir es mit den Bäumen?

Bäume stören nur die Sicht der neuen Eigentümer. Also muss der Altbaumbestand weg, um die Kaufpreise der Wohnungen zu rechtfertigen.

Allerdings soll auch der Blick aus der Altstadt direkt auf die neuen Flachdachbauten verhindert werden. Nur beides gleichzeitig geht nicht.

Dieser Widerspruch konnte vom Architekten noch nicht aufgeklärt werden.

 

– Sinn eines Satzungsbeschlusses ausgehebelt Eigentlich wurde gar nicht über einen Bauantrag beraten, sondern über eine Satzungsänderung, sinngemäss die Bauleitplanung für diese Flächen. Diese formuliert allgemeine Vorgaben zur Bebauung (wie Höhen, Formen, Gestaltungselemente …) oder bezieht sich als vorhabenbezogene Satzung auf eine konkrete Planung. Im BPA wurde allerdings über eine „allgemeine Satzungsänderung“ mit einer fertigen Planung (vorgestellt vom Architekten) beraten. Und darin z.B. Flachdächer vorgeschrieben – welch ein Unsinn hinter den Giebeln der Altstadt!

 

Soweit die kleine Auswahl kritischer Aspekte in dieser schon zwei Jahre währenden „unendlichen Geschichte“. Aber gerade weil es schon so lange dauert, muss jetzt keine Entscheidung in einer „Nacht- und Nebelaktion“

durchgeboxt werden. Viele finden die vorgelegten Entwürfe gut – nur nicht an dieser Stelle. Viele haben kein Problem mit einer Bebauung dieser Flächen – nur bitte altstadtgerecht. Mit diesen Ansätzen sollte doch ein Kompromiss möglich sein – wenn auch CDU und SPD bereit sind, offen und ehrlich zu diskutieren.

 

Die Vertagung der Entscheidung gibt es etwas Luft. Lassen sie uns die Zeit bis zum nächsten Abstimmungstermin nutzen und bei den Politikern noch einmal für eine vernünftige Lösung mit Augenmass werben. Und Bürgermeister Herfurth sieht das wohl genauso: „Die Nutzung der Gelände an der „Escher Straße“ oder der alten Taubenberghalle muss behutsam nach dem Grundsatz einer moderaten Stadtentwicklung entwickelt werden; neue Bauten müssen sich der Umgebung anpassen…

Auch bei der Ausweisung neuer Baugebiete in der Kernstadt muss in Zukunft Wert darauf gelegt werden, dass sich die Gebäude ihrer Umgebung anpassen.

Eine überdimensioniert hohe Bebauung, die das Stadtbild schädigt, wird es mit mir nicht mehr geben.“ (Zitat von der Homepage www.christian-herfurth.de/inhalte/1026048/unsere-kernstadt/index.html).